Peter Turrini - Biographie
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Peter Turrini wurde am 26. September 1944 in St. Margarethen in Kärnten im Lavanttal geboren und wuchs in Maria Saal bei Klagenfurt auf. Zwischen 1963 und 1971 war er in unterschiedlichen Berufen tätig. Seit 1971 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt in Retz in Niederösterreich. Peter Turrini schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Gedichte, Hörspiele, Reden und Essays und zählt zu den bedeutendsten Dramatikern Österreichs. Seine Stücke werden weltweit gespielt und seine Werke wurden in weit mehr als dreißig Sprachen übersetzt.
Sein erstes Theaterstück »Rozznjogd« wurde am 27.01.1971 im Wiener Volkstheater unter der Regie von Bernd Fischerauer uraufgeführt und erzielte sehr große Aufmerksamkeit. Peter Turrini wurde schlagartig bekannt. Im Rahmen der Wiener Festwochen wurde »Zero, Zero« im Theater an der Wien uraufgeführt. 1972 folgt sein erster Roman »Erlebnisse in der Mundhöhle«, erschienen im Rowohlt Verlag. Im selben Jahr wird das Volksstück »Sauschlachten« in den Münchner Kammerspielen unter der Regie von Alois Michael Heigl uraufgeführt. Zwischen 1972 und 1974 entstehen weitere Stücke (»Der tollste Tag« 1972, »Kindsmord« 1973, »Die Wirtin« 1973, »Phonoptical. Terror. Heil Dir« 1974).
Im Jahr 1974 beginnt Peter Turrini mit der Arbeit an den Drehbüchern für die »Alpensaga«, einer sechsteiligen Fernsehserie, die er gemeinsam mit Wilhelm Pevny verfasst. Die Serie, die das Leben und die Lebensumstände der bäuerlichen Bevölkerung im Zeitrahmen von 1900 bis 1945 thematisiert, wird im ORF ausgestrahlt (1976: I. Liebe im Dorf, 1977: II. Der Kaiser am Lande, 1977: III. Das große Fest, 1978: IV. Die feindlichen Brüder, 1979: V. Der deutsche Frühling, 1980: VI. Ende und Anfang). Die Musik zur Serie wurde von Peer Raben komponiert, Regie führte Dieter Berner. »Die Alpensaga« wird ein großer Erfolg, sie gilt als Meilenstein in der Fernseh-geschichte. Die Autoren der Serie wurden vielfach ausgezeichnet u.a. 1978 für das beste Drehbuch beim Fernsehfestival in Monte Carlo und mit dem Preis der British Academy of Film and Television. Die Serie wurde von 21 TV Stationen weltweit gesendet und hatte ca. 300 Millionen Fernsehzuseher.
Gemeinsam mit Wilhelm Pevny schreibt Turrini auch das Drehbuch für »Der Bauer und der Millionär«, das unter der Regie von Axel Corti in einer Koproduktion von ORF und WDR verfilmt wurde. 1980 erscheint der Gedichtband »Ein paar Schritte zurück«, im November wird das Stück »Josef und Maria« im Wiener Volkstheater in einer Koproduktion mit dem steirischen herbst uraufgeführt und unter der Regie von Wilhelm Pevny verfilmt.
1981 wird Peter Turrini der Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin verliehen. 1984 verfasst Peter Turrini das Drehbuch für den Kinofilm »Atemnot«. In den Jahren 1984 bis 1990 entstehen in der gemeinsamen Arbeit mit Rudi Palla die Drehbücher für die vierteilige TV-Serie »Die Arbeitersaga«. Das Drama »Die Minderleister« wird am 1. Juni 1988 im Wiener Akademietheater uraufgeführt. Für das Stück erhält er zahlreiche Preise. Weitere bedeutende Stücke folgen (»Tod und Teufel«, Burgtheater Wien 1990; »Alpenglühen«, Burgtheater Wien 1993; »Grillparzer im Pornoladen«, Berliner Ensemble 1993). Für »Alpenglühen« wird Peter Turrini mit dem Dramenpreis des Goethe-Instituts im Rahmen der Mühlheimer Theatertage ausgezeichnet.
Im Luchterhand Literaturverlag erscheint 1993 sein zweiter Gedichtband »Im Namen der Liebe«.
1995 wird im Burgtheater unter der Regie von Claus Peymann das Stück »Die Schlacht um Wien« uraufgeführt. 1997 und 1998 feiern die Stücke »Endlich Schluß« und »Die Liebe in Madagaskar« im Wiener Akademietheater Premiere. 1999 wird Peter Turrini der Literaturpreis des Landes Steiermark verliehen. Am 7. Dezember 2001 wird in einer Koproduktion mit dem Stadttheater Klagenfurt das Stück »Ich liebe dieses Land« unter der Regie von Philip Tiedemann am Berliner Ensemble uraufgeführt.
An der Wiener Staatsoper feiert die Erstaufführung der Oper »Der Riese vom Steinfeld« (2002) große Erfolge. Das Libretto der Oper wurde von Peter Turrini verfasst, die Musik für das umfang-reiche Werk wurde von Friedrich Cerha komponiert.
Bei den Salzburger Festspielen 2002 wird das Stück »Da Ponte in Santa Fe« unter der Regie von Claus Peymann aufgeführt. 2003 wird Peter Turrini mit dem Würdigungspreis des Landes Nieder-österreich geehrt. Im selben Jahr erhält er die Tübinger Poetik-Dozentur. Bedeutende Stücke folgen (»Bei Einbruch der Dunkelheit«, Stadttheater Klagenfurt 2006; »Mein Nestroy«, Theater der Josefstadt 2006; »Jedem das Seine« (gemeinsam mit Silke Hassler) Stadttheater Klagenfurt 2007; »Der Diener zweier Herren« (frei nach Goldoni) Theater der Josefstadt 2007).
Im Jahr 2008 wird Peter Turrini mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur und dem Nestroy-Ring der Stadt Bad-Ischl ausgezeichnet. 2009 erwirbt das Land Niederösterreich den Vorlass von Peter Turrini. Am 4. Mai 2010 wird Peter Turrini gemeinsam mit Verena Ballhaus mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.
Am 16. Juni 2010 wird das Archiv der Zeitgenossen, an der Donau-Universität Krems, feierlich eröffnet. Am 24. September 2010 erhält Peter Turrini die Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt. Im Oktober 2010 erschien das Buch »Wie verdächtig ist der Mensch?«, eine Sammlung aus Reden, Essays, Briefen und Kurzdramen aus über dreißig Jahren.
Am 8. Januar 2011 wird in Klagenfurt das Stück »Silvester« uraufgeführt. Am 13. Januar 2011 feiert »Campiello« (nach Goldoni) im Theater in der Josefstadt Premiere.
Im Suhrkamp Verlag erscheint eine umfassende Werkausgabe. Im Juni 2011 wird der Band »Die Minderleister - und andere Tragödien« veröffentlicht.
Zeittafel:
1944
Peter Turrini wird am 26. September in St. Margarethen in Kärnten geboren
1963-1967
war er in unterschiedlichen Berufen tätig
seit 1971
arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt in Retz in Niederösterreich
1971
Uraufführung von »Rozznjogd« im Wiener Volkstheater
1972
Roman »Erlebnisse in der Mundhöhle« erscheint,
Uraufführung von »Sauschlachten« in den Münchner Kammerspielen
1972-1974
»Der tollste Tag«, »Kindsmord«, »Die Wirtin«, »Phonoptical. Terror. Heil Dir«
werden uraufgeführt
1974-1979
arbeitet er gemeinsam mit Wilhelm Pevny an der sechsteiligen Fernsehserie
»Die Alpensaga«, Regie: Dieter Berner, Musik: Peer Raben, internationaler Erfolg,
Meilenstein der Fernsehgeschichte
1977
Drehbuch »Der Bauer und der Millionär« gemeinsam mit Wilhelm Pevny
1980
erscheint der Gedichtband »Ein paar Schritte zurück«,
im November wird »Josef und Maria« uraufgeführt,
Koproduktion Wiener Volkstheater und steirischer herbst
1981
Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin
1984
Drehbuch Kinofilm »Atemnot«
1984-1990
Drehbücher für die Fernsehserie »Die Arbeitersaga« gemeinsam mit Rudi Palla
1988
Uraufführung »Die Minderleister« am Wiener Akademietheater
1990-1993
»Tod und Teufel«, »Alpenglühen«, »Grillparzer im Pornoladen«
werden uraufgeführt
1993
der Gedichtband »Im Namen der Liebe« erscheint
1995-1998
»Die Schlacht um Wien«, »Endlich Schluß«, »Die Liebe in Madagaskar«
werden uraufgeführt
1999
Literaturpreis des Landes Steiermark
2001
»Ich liebe dieses Land«, Uraufführung am 7. Dezember in Berlin,
Koproduktion Stadttheater Klagenfurt und Berliner Ensemble
2002
Uraufführung »Der Riese vom Steinfeld«, Wiener Staatsoper
Peter Turrini (Libretto), Friedrich Cerha (Musik)
Salzburger Festspiele »Da Ponte in Santa Fe«, Regie: Claus Peymann
2003
Würdigungspreis des Landes Niederösterreich
Tübinger Poetik-Dozentur
2006-2007
»Bei Einbruch der Dunkelheit«, »Mein Nestroy«,
»Jedem das Seine« (gemeinsam mit Silke Hassler),
»Der Diener zweier Herren« werden uraufgeführt
2008
Würth-Preis für Europäische Literatur
Nestroy-Ring der Stadt Bad Ischl
2009
erwirbt das Land Niederösterreich den Vorlass von Peter Turrini
2010
für das Buch »Was macht man, wenn ...« erhalten Peter Turrini und Verena Ballhaus
den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis
Am 16. Juni wird das Archiv der Zeitgenossen an der Donau-Universität Krems
feierlich eröffnet.
Am 24. September erhält Peter Turrini die Ehrendoktorwürde der Universität
Klagenfurt.
Am 18. Oktober erscheint das Buch »Wie verdächtig ist der Mensch?«,
eine Sammlung aus Reden, Essays, Briefen und Kurzdramen aus über
dreißig Jahren.
2011
Am 8. Januar 2011 wird in Klagenfurt das Stück »Silvester« uraufgeführt.
Am 13. Januar 2011 feiert »Campiello« (nach Goldoni) im Theater an der Josefstadt Premiere.
Im Suhrkamp Verlag erscheint eine umfassende Werkausgabe.
Im Juni 2011 wird der Band »Die Minderleister - und andere Tragödien« veröffentlicht.
Preise und Auszeichnungen:
Förderungsbeitrag des Wiener Kunstfonds der Zentralsparkasse Wien für Literatur 1971
Förderungspreis des Landes Kärnten für Literatur 1972
Förderungspreis der Stadt Wien für Literatur 1976
Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin 1981
Literaturpreis des Landes Steiermark 1999
Würdigungspreis des Landes Niederösterreich 2003
Tübinger Poetik-Dozentur 2003
Würth-Preis für Europäische Literatur 2008
Nestroy-Ring der Stadt Bad-Ischl 2008
Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2010
Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt 2010
Preise und Auszeichnungen für Stücke und Drehbücher:
Alpensaga I-III
(Liebe im Dorf, Der Kaiser am Lande, Das große Fest)
Stern der Woche der Abendzeitung, München 1977
Alpensaga II
(Der Kaiser am Lande)
Silberne Nymphe für das beste Drehbuch beim Int. Fernsehfestival Monte Carlo 1978
Alpensaga II
(Der Kaiser am Lande)
Certificate of Merit der British Academy of Film and Television 1978
Alpensaga II
(Der Kaiser am Lande)
Premio Ondas von Radio Barcelona 1978
Alpensaga IV
(Die feindlichen Brüder)
TZ-Rose für die beste Produktion der Woche von der Tageszeitung München 1979
Alpensaga V
(Der deutsche Frühling)
Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung 1979
Alpensaga II
(Der deutsche Frühling)
Premio Ondas von Radio Barcelona 1980
Alpensaga
Preis der Region Toscana bei Teleconfronto 83 in Chianciano
Die Minderleister
Hörspiel des Monats gewählt von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste 1989
Die Minderleister
Preis des Féstival International du Theátre Maubeuge 1990
DAG Fernsehpreis
der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft Hamburg 1991
Die Minderleister
2. Platz beim Theatertreffen „Charles Dullin“ in Val-de-Marne 1992
Alpenglühen
Dramenpreis des Goethe-Instituts im Rahmen der Mühlheimer Theatertage 1993
Die Liebe in Madagaskar
Publikumspreis im Rahmen der Mühlheimer Theatertage 1999
Endlich Schluß
Gewinner des Melbourne Fringe Theatre Award „Innovation of Form“ 2000
Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy
Romy, Kurier-Fernsehrpreis in der Kategorie „Bestes Buch“ 2001

*1926, Wien, österreichischer Komponist und Dirigent
*1944, Sankt Margarethen im Lavanttal, österreichischer Schriftsteller. 